So sehen Hunde und Katzen die Welt

Dr. med. vet. Sabina Büttner

Menschen nehmen die Umwelt vor allem über die Augen wahr. Doch wie sehen eigentlich unsere Hunde und Katzen die Welt? Hier spielen verschiedene Parameter eine wichtige Rolle, auf die wir im Folgenden kurz eingehen.

Weniger farbig
Welche Farben ein Lebewesen erkennen kann, ist abhängig von der Art der Sehzellen, die auf der Netzhaut im Auge vorhanden sind. Bei der menschlichen Netzhaut dominieren die sogenannten Zapfen. Davon gibt es wiederum verschiedene Typen, die jeweils nur auf bestimmte Wellenlängen des Lichts ansprechen und damit für die Unterscheidung von Farben wichtig sind. Menschen haben drei verschiedene Arten von Zapfen, wohingegen Hunde und Katzen nur über zwei Typen verfügen. Sie sehen daher nicht das gleiche Farbspektrum, sondern haben im Wesentlichen eine Rot-Grün-Blindheit. Die Welt dürfte ihnen daher blau-grau-gelb erscheinen.

So sieht es der Mensch: So sehen es Hunde und Katzen:


Viel besser bei Dunkelheit

Eine andere Art von Sehzellen, die sogenannten Stäbchen, sind sehr viel lichtempfindlicher als die Zapfen. Sie sind dafür verantwortlich, dass auch bei wenig Licht noch etwas gesehen wird. Allerdings können mit ihnen keine Farben unterschieden werden. In der Netzhaut von Hunden und Katzen dominieren diese lichtempfindlichen Stäbchen. Zudem sorgt eine reflektierende Schicht im Augenhintergrund dafür, dass das eintreffende Licht optimal ausgenutzt wird. Katzen und Hunde sehen somit in der Dämmerung und bei Nacht fast gleich gut wie am Tag.

Unscharf
Als Sehschärfe bezeichnet man die Fähigkeit, einzelne Objekte voneinander unterscheiden zu können. Sie ist abhängig von verschiedenen anatomischen Gegebenheiten im Auge, wie der Anzahl Seh- und Sehnervenzellen oder der Form und Beweglichkeit der Linse. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass Hunde und Katzen eine viel geringere Fähigkeit zum Scharfsehen haben als Menschen. Alles was weiter als ungefähr sechs Meter entfernt ist, können sie nicht mehr besonders gut fokussieren. Hunde haben zudem eine ausgesprochen geringe Fähigkeit zum Scharfstellen in der Nähe: Objekte, die sich näher als 30 bis 50cm befinden, können sie daher nicht scharf sehen.

Aus einer anderen Perspektive
Häufig wird vergessen, dass die Wahrnehmung der Umgebung sehr stark von der Perspektive bestimmt wird. Das heisst: Der Abstand der Augen des Beobachters vom Boden ist sehr wesentlich dafür, was er sieht.

Das sieht eine Katze: Das sieht ein
mittelgrosser Hund:
Das sieht ein Mensch:

 

Verglichen mit dem menschlichen Sehen ist das Sehvermögen von Hunden und Katzen in Bezug auf das Farbsehen und die Sehschärfe also deutlich reduziert. Bei schlechten Lichtverhältnissen sehen sie dafür sehr viel besser. Zudem spielen für sie andere Sinne – wie das Riechen und das Hören – eine grosse Rolle bei der Wahrnehmung der Umwelt und sind dementsprechend auch wesentlich stärker entwickelt.

 

 



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